KOKUSAI SEISHIN-RYU IAIDO

Etikette

Grundsätze
Höflichkeit und Respekt sind die Grundlage der Etikette und werden durch den Gruß (Rei) symbolisiert. Die Etikette ist nicht nur eine äußere Form, sondern eine innere Haltung und damit schließlich der Weg zur inneren Ruhe und Ausgeglichenheit. Die Werte des Budo liegen neben dem Erlernen einer Vielzahl von Techniken auch in der Etikette der Sportart begründet. Nur wenn Technik und Grundsätze der Etikette von der Gemeinschaft eines Dojo mit Leben erfüllt werden, können die Schüler den eigentlichen und wahren Wert des BUDO erkennen. Es ist die Aufgabe und Pflicht, im Besonderen der hohen Danträger, dafür zu sorgen, dass auch in der heutigen Zeit angepasste Werte des traditionellen BUDO erhalten bleiben. Dies schließt ein angemessenes Verhalten vor, während und auch nach dem Training mit ein. Pünktlichkeit und Lernwille sind einige der vielen Grundsätze die für jeden selbstverständlich sein sollten.

Kleiderordnung
Der Budoka trägt einen sauberen Anzug (Gi).  Bei Prüfungen wird stets ein schwarzer Gi getragen

Körperhygiene
Der Budoka ist stets gepflegt, er hat geschnittene Zehen- und Fingernägel. Schmuck, Uhren etc. dürfen nicht getragen werden, nicht abnehmbarer Schmuck ist mit Tape abzudecken (Verletzungsrisiko!). Der Budoka trägt außerhalb der Matte oder des Dojo aus Hygienegründen immer Schuhe (Tabis, Sandalen oder Badeschuhe).

Training
Der Schüler hat sich pünktlich zu Trainingsbeginn im Dojo einzufinden (bereits umgezogen) Er beginnt selbstständig mit dem Aufwärmen, höhere Schüler leiten Anfänger an. Sollte jemand aus gleichgültig welchen Gründen verhindert sein, so hat er sich am selben Tag vom Training abzumelden, dies verlangt alleine bereits der Respekt gegenüber der Schule und dem Lehrer. Mail-Adressen sind bekannt! Betreten des Dojo oder der Matte
Die Schuhe werden ausserhalb abgestellt, die Matten werden nie mit Schuhen betreten. Vor dem Betreten der Matte verneigt man sich wobei der Blick zum Boden abgesenkt wird. Hierdurch drückt man dem Ort des Lernens Respekt aus und ordnet sich den Regeln und der Etikette des Dojo unter. Alle Gedanken und Probleme des Alltags bleiben zurück.

Angrüßen vor und nach dem Training
Bei der Aufstellung stehen aus der Sicht des Lehrers die hohen Graduierungen links, die niedrigen rechts, unterstützende Lehrer stehen links vom Hauptlehrer. Beim Abknien (Seiza) kommt zuerst das linke Bein, dann das Rechte, die Hände liegen auf den Oberschenkeln. Das Schwert wird vor sich, mit dem Griff nach links zeigend abgelegt. Mit dem Kommando "Mokuzo" (gesprochen "Moksu"), verharrt der Budoka in völliger Bewegungslosigkeit und versucht seine Gedanken abzuschneiden. Das "Mokuzo" soll auf das Training einstimmen und helfen sich vom Alltag und den Dingen "draußen" zu lösen, um unbeschwert und konzentriert trainieren zu können. Dies kann durch die Konzentration auf den Atem erfolgen oder mit dem geistigen Vorbereiten auf das Training. beim Abgrüßen hingegen lässt man das vergangene Training und das neu erlernte nochmals an seinem inneren Auge vorbeiziehen. Mit dem Kommando "(Mokuzo-)Jamei" wird die Meditation wieder aufgelöst. Mit dem Gruß "Sensei-Ni Rei" verneigen sich Lehrer und Schüler zueinander, die Hände werden im Dreieck auf die Matte gelegt und leicht mit der Stirn berührt, dies schließt den individuellen in sich selbst gerichteten Prozess ab. Mit dem Gruss To-Ni Rei wird das Schwert an-/ abgegrüsst. Anschliessend nimmt jeder sein Schwert auf und führt es an der linken Seite in seinen Gürtel (Obi) und befestigt die Sageo (Halteband) Beim Aufstehen erhebt sich zuerst der Lehrer, dann die Schüler. Begonnen wird das Aufstehen mit dem rechten Bein, dann das Linke. Dies geschieht genau umgekehrt wie beim Abknien.

Die Kommandos werden vom Lehrer und dem ranghöchsten Trainingsteilnehmer erteilt.

Verhalten auf der Matte
Der Budoka trainiert immer ruhig, konzentriert, respektvoll und achtsam. Eine ordentliche Haltung mit aufrechtem Oberkörper (Stand, Fersensitz oder Schneidersitz) auf der Matte ist selbstverständlich. Höher Graduierte sind stets für niedriger Graduierte verantwortlich. Die Sicherheit und Unversehrtheit des Partners hat stets Vorrang. Bei Hebeln und Würgern ist rechtzeitig abzuschlagen. Die Trainingspartner und Wettkampfgegner werden mit Respekt behandelt. Es wird stets fair trainiert oder gekämpft ohne unsportliche Techniken oder Hintergedanken. Der Budoka wahrt immer seine Selbstbeherrschung. Er tritt bescheiden auf und ist durch sein Verhalten für andere ein Vorbild. Während dem Training sind Gespräche zu vermeiden. Um sich zu verständigen genügen leise und kurze Erklärungen. Muss der Budoka das Dojo verlassen, so hat er sich stets beim jeweiligen Trainer abzumelden. Erklärungen werden durch den Trainer angekündigt. Die Schüler sammeln sich ruhig und unverzüglich um den Trainer. Bei der Wahl eines Trainingspartners wird der gewünschte Partner im Stand gegrüßt. (Symbolisiert die Bitte mit dem Partner trainieren zu dürfen) Der Partner grüßt zurück. (Symbolisiert das Einverständnis und die Dankbarkeit als Partner gewählt worden zu sein.) Nach der Trainingseinheit grüßen beide Partner im Stand ab. (Symbolisiert die gegenseitige Dankbarkeit miteinander trainiert zu haben)

Wird man von einem Trainingsteilnehmer zum Partner gewählt, lehnt man diese Wahl nicht ab. Den Anweisungen der Trainingsverantwortlichen ist zu folgen. Aufgaben und Übungen werden ohne Diskussion akzeptiert und durchgeführt. Kritik und Anmerkungen gehören nicht in den Trainingsverlauf. Sie sind vor dem Beginn oder nach dem Ende des Trainings zu äußern. Ist ein Trainingsteilnehmer unkonzentriert oder stört den Trainingsverlauf wird er vom Training ausgeschlossen.

Verhalten in der Gürtelprüfung
Der Budoka erscheint pünktlich und mit allen nötigen Unterlagen am Prüfungsort. Alle Prüfungsteilnehmer verhalten sich ruhig und konzentriert, sie sind stets bereit als Prüfling oder Partner zur Verfügung zu stehen. Weisungen der Prüfungskommission sowie das Prüfungsergebnis werden vom Prüfling ohne Diskussion akzeptiert.

Verlassen des Dojo
Das Dojo ist nur wenn unabdingbar zu verlassen. Beim verlassen des Dojo während des Trainings, hat man sich stets beim aufsichtsführenden Trainer abzumelden. Vor dem Verlassen der Matte verneigt man sich in Richtung der Mattenfläche, der Blick ist zum Boden gerichtet, Hände liegen auf den Oberschenkeln. Die Matten werden abgebaut und an ihren Platz gebracht. Das Dojo wird stets nur in sauberem und aufgeräumtem Zustand verlassen.

Anerkennung der Etikette
Mit der Teilnahme am Training werden die Regeln der Etikette anerkannt.